OPEN HELL FESTIVAL PART 6

Datum:  25. & 26.07.2003
Ort:  Volyne / Tschechien
Bands:  Mortifilia, Coward, Sorath, Salamandra, Pandemia, Negura Bunget, Hypnos, Satanic Slaughter, Avenger, The Stone, Beltaine, Amon, Trollech, Ingrowing, Delirium Tremens, Fall Of Serenity, Nemesis Oculta, Merrimack, Dissolving Of Prodigy, Tortharry, Trimonium, Neglected Fields, Root, Desaster, Debustrol und Dark Storm

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Root
Da mich letztes Jahr das Open Hell Festival nicht sehr begeistern konnte, hatte ich nicht vor dieses Jahr die Fahrt nach Tschechien anzutreten. Jedoch fanden sich einige Bands im Line-Up die mich interessiert haben und auch die billigen Preise schafften es mich zu überzeugen wieder hinzufahren. Eine Weile hat es gedauert bis wir weggefahren sind, hatten auch noch Probleme bei der Grenze und kamen nach 4 ½ Stunden um etwa 18 Uhr in Volyne an. Als wir den Zeltplatz begutachteten wussten wir nicht wo wir unsere Zelte aufbauen sollten, denn er war schon total überfüllt! Wir machten uns auf den Weg um noch freie Plätze in einer der Hotels zu finden, leider war schon alles komplett ausgebucht und mussten uns schlussendlich zwischen die anderen Zelte zwingen. Auf dem Festival spielten einige Bands die nicht auf die Seite passen würden, deswegen schreibe ich nur über die Bands die mich interessiert haben.

AV: Das billigste aller Festivals in Volyne (Tschechischen Republik) stand wieder an und bot wieder einiges an Musikrichtungen, von Grind bis Black, eine wirklich gelungene Mischung. Da ich wegen dem billigen Bier leider nicht alle Bands sah, reviewe ich nur die, die ich auch wirklich sah, und werde mich von keiner Mundpropaganda beeinflussen lassen!!! Nach einer geniale Anfahrt von ca. 2 Stunden oder so, mit drei Notgeilen, sehr Attraktiven und besoffenen Metallern und einem Fahrer, an duzenden Nutten vorbei, wo unser Fahrer NICHT stehen blieb, stand einem Zweitages Besäufnis nichts mehr im Wege!

FREITAG

Nach einigen Rundgängen ums Gelände und den Merchandise Ständen die mich nicht sehr begeistern konnten fing um ca. 21 Uhr NEGURA BUNGET aus Rumänien an. Mitreißen konnten sie mich nicht mir ihrem melodischen Black Metal welcher mit Keyboard, Percussions und Folklore Einflüssen versetzt ist. Auf ihrem Album "'n Crugu Bradului" gefallen sie mir auch nicht sehr, finde ihren Stil zu wirr und es ist glaube ich auch schwer ihn Live gut rüberzubringen.

AV: SATANIC SLAUGHTER sah ich zum ersten mal, aber ich muss ehrlich sagen, vom Hocker rissen sie mich nicht, gute Bühnenshow und aggressiver Stil sorgten trotzdem für gute Stimmung, doch der am Flyer stehenden Headlinerposition wurden sie meiner Meinung nicht gerecht. Die holten sich eher die "kleineren" Bands!

Die Band gibt es schon seit 1985 und spielten das erste mal in Tschechien! Sie brachten einige Leute mir ihrem melodischen Black/Death Metal zum bangen. Sicherlich ein gelungener Gig der Schweden, trotzdem trafen sie auch meinen Geschmack nicht.

Nun waren AVENGER dran, mittlerweile wahrscheinlich einer der bekanntesten tschechischen Bands in Österreich. Wie immer konnten sie mit ihren eigenständigen Black/Death Metal Stil eine menge Leute mitreißen.

Headliner des Abends waren THE STONE aus Serbien. Von ihnen hatte ich noch nicht viel gehört, wusste nur das sie einmal beim österreichischen Label CCP-Records unter Vertrag waren und kannte 2 Mp3’s von ihnen, welche ich nicht schlecht finde. Zu hören bekam man durchaus gut gespielten schnellen BM versehen mit melodischen Riffs.

SAMSTAG

Aufgestanden sind wird relativ früh und gingen in ein Hotel frühstücken. Um etwa 12:20 fing schon die tschechische Kult Band AMON an, welche ich noch nie Live sah. Der Old School Black/Death Antichristian Metal wie in der Programmbeschreibung stand gefiel mir Live nicht besonders. Die wenigen Songs die ich als MP3 habe finde ich nicht schlecht. Der Sänger hatte als einziger ein interessantes Outfit, eine Kutte welche von einem Patronengurt mit Totenkopf samt einem durchgesteckten Knochen gehalten wurde. Ob der wenigstens echt war?

Gleich nach Amon kam TROLLECH, einer der wenigen Bands auf die ich sehr gespannt war. Auf ihren Releases bekam man bisher immer einen Drumcomputer zu hören, deswegen erwartete ich auch Live einen. Aber erstaunlicherweise saß ein Schlagzeuger hinter dem Set, er kam mir aber oft sehr ahnungslos vor, deswegen glaube ich das er noch nicht so lange bei der Band dabei ist oder nicht so oft das Set probte. Außerdem ist mir aufgefallen das die Songs etwas langsamer gespielt wurden. Trotzdem fand ich sie Live sehr gut und es war interessant Lord Morbivod zu zusehen, welcher nebenbei das Soloprojekt Stiny Plamenu macht, welches stark an Trollech erinnert.

AV: DELIRIUM TREMENS: Diese Truppe wurde mir schon vor ihrem Gig von Volker empfohlen. Eine echt kranke Show sollte mich erwarten, und es war so neben der richtig guten Musik die aus Heavy Black bestand, kamen immer wieder zwei Folterknechte, die Schweinsschädel in die Menge warfen, oder Bier umherschütteten (wo ich leider keins erwischte) sowohl auch Feuer spuckten. Wer sie nicht kennt sollte unbedingt mal reinhören.

Leider kannte ich noch nichts von den Deutschen, wurde aber sehr positiv überrascht! Genialen Thrash Metal boten sie, mit einer sehr gelungen Show. Schade das ich zu den Zeitpunkt mit den Schweineschädeln noch nicht anwesend war.

AV: FALL OF SERENITY waren die Loser des Festivals, aber wem wunderts, eine Studentenband erster Sahne, sie rissen das Maul auf das man einen Gaulschwanz hineinschieben hätte können, baten Death/Thrash den eh schon 1000 andere auch spielen und meckerten beim Linecheck wie Kinder herum, Gitarre hier kreuzen, Gitarre da kreuzen ... bla bla ...

Als nächster waren NEMESIS OCULTA an der Reihe. Sie sah ich zwei Woche vorher am UTBS, deswegen gibt es nichts was man zu dem Text bei der UTBS-Review hinzufügen könnte. Fand ihren technischen BM am Open Hell ein wenig besser, vielleicht Gewöhnungssache?

Endlich kam die für mich interessanteste Band des Festivals dran. Die Franzosen MERRIMACK gefallen mir auf ihren Releases sehr gut und einige Tage vorm Open Hell habe ich mir ein Video angesehen von einem ihrer Konzerte und wusste sofort das es ein Wahnsinns Gig wird. Und das wurde es tatsächlich, der Sänger hatte eine phantastische Ausstrahlung, gab sich voll und ganz der Musik hin und die Songs wurden so genial gespielt wie man sie von ihren Veröffentlichungen kennt. Hoffentlich ergibt sich bald eine Möglichkeit sie in Österreich oder Umgebung wieder zu sehen!

AV: TRIMONIUM: Nach Desaster die beste Band, sie trumpften mit Songs wie "Black Mark" und " Forward to Eternal Glory", mit welchen sie mich sogar zum bangen brachten das nach ihnen keine Truppe mehr schaffte. Hoffen wir das sie auch mal Österreich in Schutt und Asche knüppeln.....

Auf TRIMONIUM freute ich mich schon sehr, denn ich fand sie schon am UTBS letztes Jahr sehr gut. Neben den Killer Songs vom ersten Album, spielten sich auch neue von der erst kürzlich erschienen "Blow The Horns" CD. Meiner Meinung nach kommen die neuen Stücke nicht ganz ran an Songs wie "When The Ravens Fly" oder "Rape My Soul", schafften es aber trotzdem die Meute ständig zu bewegen.

AV: NEGLECTED FIELDS: Da ich sie nicht kannte, waren sie die Überraschungsband des Festivals, obwohl es nach Desaster schwer war die Fans zu überzeugen, schafften sie mit einer Mischung aus Impending Doom und The Crown das scheinbar unfassbare.

AV: ROOT gaben sich eher ruhig auf der Bühne, mit Fackeln und wenig Licht erzeugten sie eine sehr düstere Stimmung, auch kein flippender Sänger, sondern einer mit Notenständer für die Texte! Wenn man Root nicht von Anfang an kennt war man als Fan auch überfordert, denn man wird wahrscheinlich keine Songs gekannt haben... außer den, den auch Nargaroth gecovert haben "Pisen pro Satana". Aber es war eine gelungene 45minütige Abwechslung!


Die Tschechen die es ja mittlerweile schon seit 1987 gibt, boten wie auch letztes Jahr am Open Hell und UTBS Festival eine phantastische Atmosphäre. Sänger Big Boss wieder bestückt mit Kutte usw. bot eine Show die einer schwarzen Messe ähnelt und die Feuerspuck-Einlagen durften nicht fehlen.

DESASTER: Ja was soll ich da noch sagen, wer sie schon einmal gesehen hat wird ahnen was jetzt kommt, die waren der HAMMER, genauso wie am Kaltenbach (leider ohne Zugabe) gaben sie wieder alles. Mit ihrer Fannähe und Lässigkeit standen oft Fanaten auf der Bühne, die wie immer sehr willkommen waren. Sie rissen das Publikum mit ihnen, was ich gesehen habe als ich mich den Fanaten anschloss!!
Meine Meinung - Beste Band des Festes.


Ich habe DESASTER das letzte mal in Wien wo sie mit Dark Fortress gespielt haben gesehen. Dort wurden sie dermaßen abgefeiert das einige Leute die Absperrung fast niederrissen und die Bühne stürmten. Deswegen war ich schon sehr gespannt wie das tschechische Publikum reagiert. Die Deutschen boten Black/Thrash vom feinsten und heizten ordentlich ein. Vor der Bühne sammelten sich eine Menge Leute und man hatte kaum noch Platz.

DARKSTORM: Die Tschechen nutzen den Heimvorteil aus und waren auch die letzte Band des Festivals. Blasphemer mit Glatze und Avenger Drummer war es für die letzten Überbleibenden ein gelungener Abschluss mit aggressivem Black Metal, ich sah dann auch mal einen zweiten Sänger, wobei ich nicht weis ob das auf meinen Rausch zurückzuführen ist oder ob es wirklich so war... Auflösung bei den Pic´s.

Es ist immer wieder ein Genuss DARKSTORM anzusehen, wie sie mit voller Hass und Energie ihren kompromisslosen Black Metal den Publikum präsentieren. Vor allem wenn man sich bewusst ist das man einen Teil der tschechischen BM Legende Maniac Butcher vor sich hat. Blasphemer hat sich entgültig von seinen wenigen Haaren getrennt, schade irgendwie, denn ich finde es war eine Art Markenzeichen, aber auch die Glatze steht ihm gut. Mein Rausch war zu den Zeitpunkt nicht schwach, aber konnte eindeutig erkennen, dass Devilish - so wie auch letztes Jahr - von Erik (Watain/Hellish Massacre) beim Deathcrush Cover unterstützt wurde.


FAZIT:

Es hat sich auf alle Fälle ausgezahlt dieses Jahr aufs Open Hell zu fahren. Ich wurde von fast keiner Band enttäuscht die mich interessierte und bei den restlichen wusste ich sowieso das sie nicht meinen Geschmack treffen werden. Von der Festivalstimmung her fand ich es um einiges besser als letztes Jahr und es waren deutlich mehr Österreicher und Deutsche anwesend. Sehr genervt hat mich der Zeltplatz, der meiner Meinung nach zu klein geworden ist, was darauf deutet das wahrscheinlich mehr Leute anwesend waren als letztes Jahr. Die Hin- und Rückfahrt fand ich wegen der extremen Hitze sehr anstrengend. Wenn nächstes Jahr nicht mehr Bands spielen die mich interessieren werde ich mir wahrscheinlich die Fahrt nicht mehr antun. Im großen und ganzen ein gelungenes Festival!

AV: Jeder der es dieses Jahr versäumt hat sollte nächstes Jahr hinfahren,
denn dort kann man tun und lassen was man will, und der " Nektar" ist hervorragend..... 



PUNKTEBEWERTUNG:  8 von 10


Phil & A.V.


Foto © Copyright bei 666 (at) blackmetal.at

Gelesen: 252x (seit 28.10.2012)


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