Nach einem ruhigen Ambientintro mit Synths und Naturgeräuschen führen uns „Die Klagestimmen“ nach Tirol an den Schauplatz eines tragischen Schlittenunfalls. Roher und ungeschliffener Black Metal trifft auf düsteren Ambient, während ein Erzähler im Dialekt über die damaligen Geschehnisse berichtet, bei denen 8 junge Frauen auf dem Heimweg von einer Fastnachtsfeier einen eisigen Tod im Inn fanden. „Zwischenspü“ und „Das salige Fräulein“ sind beides ruhige Ambientnummern, wovon besonders letztere einen starken Folk-Einschlag aufweist. Der Titeltrack handelt von einem Mann, der seine Frau bei den Krimmler Wasserfällen hinunterstoßen wollte, letztlich jedoch, da er sich bei der geplanten Tat ertappt wähnte, selbst in die Tiefe sprang. Musikalisch in Richtung Ritual/Folk-Richtung tendierend, mit fast hörspielartigen Samples ist das Stück ziemlich experimentell ausgefallen. „Das Trauerkrüglein“ ist wieder rauer Black Metal, bei dem besonders die außerordentlich intensive Gesangsdarbietung hervorsticht. Bethlehem lassen grüßen! (Neo)folkig geht es mit den beiden folgenden Stücken „Sebastian Inwendig“ und „Die weiße Rose von Kloster Arnoldstein“ weiter. Besonders letzteres Stück spricht mich auf einer persönlichen Ebene an, da man, nicht allzu weit von Arnoldstein aufgewachsen, die Sage bereits seit der Kindheit kennt und auch bereits das ein oder andere Konzert in der besonderen, mystischen Atmosphäre der nunmehrigen Burgruine erleben durfte. FAZIT: „Der Jagasprung“ ist ein spannendes, intensives Hörererlebnis, bei dem Black Metal neben Ritual und Folk nur ein Teil des musikalischen Ganzen ist. Das Album verströmt eine naturverbundene, aber auch unheimliche Stimmung, wie sie perfekt zu den Sagen und Legenden unserer Heimat passt.
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