Fragen:  Amikkus   |   Antworten:  Wintergrimm   |   Übersetzung:  -   |   Datum:  15.10.2014


Rimruna

Die Ehre ist ganz meinerseits, Wintergrimm! Nun werden aufmerksame Leser bereits bemerkt haben, dass wir Dich schon vor einem Jahr anlässlich des aktuellen DRENGSKAPUR-Albums befragt haben. Wie kommt es, dass nun die zweite große Säule in Deinem musikalischen Portfolio, RIMRUNA, mit dessen Debüt aufwarten kann? Welche Faktoren haben zur Fertigstellung von "Frostbann" erheblich beigetragen?

Sei gegrüßt! Zunächst Dank für das erneute Gespräch.
Als es 2009 eine Pause bei DRENGSKAPUR gab, haben Hiverfroid und ich mit RIMRUNA begonnen. Das 1. Demo „Wintarfluoh“ kam dann kurz vor dem 1. Auftritt 2011 beim „Under the Black Sun“ heraus. Als dann nach der Pause von DRENGSKAPUR Hiverfroid bei DRENGSKAPUR mit einstieg, konzentrierten wir uns zunächst auf DRENGSKAPUR, da das 3. Album „Der Urgewalten Werk“ fast fertig komponiert war und die Tour in Brasilien anstand. Aus dem Grunde konnte das 1. Album von RIMRUNA „Frostbann“ erst 2 Jahre nach dem Demo fertig gestellt werden. Zum Jahreswechsel 2013/2014 war dann endlich genug Zeit, die Aufnahmen für das Album abzuschließen. Veröffentlicht wurde „Frostbann“ dann im Juni dieses Jahres.

Bislang kamen RIMRUNA noch nicht dazu, in regelmäßigen Abständen Konzerte zu geben beziehungsweise in den Genuss, überhaupt im kollektiven Bewusstsein der "Szene" präsent zu sein. Es böte sich daher an, das Wesen der Band ein wenig auszuleuchten: Worauf kommt es Dir in konzeptioneller Hinsicht bei RIMRUNA an und inwieweit siehst Du drastische Unterschiede zu DRENGSKAPUR? Inwieweit können diese beiden Projekte ko-existieren, ohne sich Deinem Empfinden nach nicht zu sehr "in die Quere" zu kommen?

Ja, richtig, viele Konzerte haben wir noch nicht gespielt. Der Fokus lag und soll auch weiterhin auf dem Komponieren liegen. Textlich geht es in den beiden Veröffentlichungen um das Thema „Kälte & Eis“. Musikalisch ist RIMRUNA etwas rauer und düsterer, DRENGSKAPUR dagegen pathetischer und melodischer. Außerdem ist RIMRUNA spielerisch anspruchsvoller.
Da DRENGSKAPUR bereits seit 2002 existiert, Hiverfroid dort erst später mit eingestiegen ist und RIMRUNA unser gemeinsames Projekt ist, gibt es keine Probleme beide Gruppen parallel laufen zu lassen.

Klammert man die beiden (neuen) Enden des Albums aus, so besteht "Frostbann" zur Hälfte aus Stücken, die bereits auf dem "Wintarfluoh"-Demo zu hören waren sowie aus zwei neuen Epen. Wieso macht es - auch im Nachhinein betrachtet - Sinn, bekannte und bislang unbekannte Stücke unter einem musikalischen Dach zu vereinen? Inwiefern kannst Du beim Titelstück und "Aus dunklen Tiefen" einen kompositorischen Fortschritt ausmachen, den Außenstehende vielleicht nicht ausmachen (können)?

Da das Demo mit einem Kassettenrekorder aufgenommen wurde, wollten wir die Titel noch mal mit einem besseren Klang aufnehmen, da die Details in der Aufnahme vom Demo doch etwas untergehen. Auf „Frostbann“ sollte aber auch neues Material veröffentlicht werden, da wir nicht nur das Demo noch mal neu aufnehmen wollten, sondern auch einen weiteren Fortschritt mit RIMRUNA wollten. Textlich passen die Stücke beider Veröffentlichungen selbstverständlich zusammen.  
Die Komposition und der Ablauf der neuen Stücke sind komplexer. Außerdem sind die Melodien der beiden neuen Stücken etwas detailreicher ausgefeilter.

Es sind aber vor allem die Texte, die mir persönlich immer wieder einen kleinen Schauer über den Rücken jagen - so viel durchdachtes Dichten, insbesondere jedoch thematische Kontinuität begegnet einem heutzutage nicht mehr so oft. Doch wann weißt Du, welche Lyrics zu dem jeweiligen Song, an dem Du gerade arbeitest, gerade passen? Wie verfährst Du generell bei der Hochzeit zwischen diesen beiden Welten? Ist es Dir sogar schon passiert, dass Dir zu einem bestimmten Stück keine passenden Zeilen einfielen und daher die Idee eines reinen Instrumentals im Raum stand?

Das Kompliment bezüglich der Texte lese ich gern. Meist schreibe ich die Texte im Anschluss an die Musik und lasse die Musik auch auf mich wirken, um dann anschließend die Texte zu schreiben. Insofern kann ich die Texte auf die Musik abstimmen.
Die Idee eines Instrumentales hatten wir schon. Für das nächste Album ist das sicher eine Option. Wenn die Atmosphäre und die Melodien stimmen, kommt ein Titel auch ohne Gesang aus - ohne den Eindruck zu haben, dass dem Titel etwas fehlt.

Was hast Du aus den Aufnahmen zu "Frostbann" im Vergleich zu allen bisherigen Veröffentlichungen Deiner Projekte lernen können - sei es in rein technischer oder anderweitiger Hinsicht?

Es ist immer wieder eine Herausforderung, Musik einzuspielen. Das hat sich auch bei den Aufnahmen wieder gezeigt - auch wenn man die Musik bereits einmal irgendwann eingespielt hat. Das Mischen der Musik erfolgte wieder in Eigenregie. In diesem Punkte war die eigene Weiterentwicklung aber nicht so stark. Lediglich beim Aufnehmen der Gitarrenspuren zeigte sich wieder, dass es der schwierigste Teil der gesamten Aufnahmen ist. Kleinste Bewegungen der Mikrofone bewirken schon enorme Klangunterschiede. Hier habe ich lange und viel probiert bevor es dann wirklich zufrieden stellend war.

Machen wir uns nichts vor: "Frostbann" ist erneut ein großer Wurf. Warum fällt es Dir offensichtlich so schwer, beschissene Musik zu schreiben, geschweige denn zu veröffentlichen? Musstest Du Dich etwa - wie viele andere Musiker und Fans des Genres über die Jahre hinweg auch - durch unzählbar viel Kreativmüll wühlen, um zu den wahren Schätzen vorzudringen? Warum ist es Dir offensichtlich wichtig, dass sowohl RIMRUNA als auch DRENGSKAPUR als qualitativ hochwertige Konstante wahrgenommen werden?

Es ist mir nicht wichtig, dass RIMRUNA und DRENGSKAPUR als „qualitativ hochwertige Konstante wahrgenommen“ werden. In erster Linie schreiben wir die Titel so wie sie uns zusagen. Wichtig ist dabei, dass in den Stücken stets eine Spannung herrscht und keine Teile enthalten sind, die so „dahin plätschern“. Außerdem soll sich die Musik durch Abwechslung und Atmosphäre auszeichnen. Aus instrumentaler Sicht möchten wir die Bandbreite des jeweiligen Instrumentes ausschöpfen. Der Musik widmen wir viel Zeit in punkto Komposition und Ablauf, sodass am Ende ein durchdachtes Ergebnis entsteht, dem man das Herzblut, mit dem es geschrieben wurde, anmerkt.   
Der Ansporn zum Musizieren ist nicht ein Wettstreit mit anderen Gruppen oder Musikern (obwohl ich manchmal den Eindruck habe, dass er unter Musikern doch recht verbreitet ist). Positive Rückmeldungen sind sicher eine Bestätigung und so ein Kommentar geht ja auch „runter wie Öl“, aber auch ohne diese Resonanz würde ich weiter wie bisher Musik schreiben.

Mittlerweile verfügt RIMRUNA sogar über ein Bandcamp-Konto, womit Interessierte nicht nur das Album vorab komplett hören, sondern auch sowohl in physischer als auch digitaler Form beziehen können. Warum ist es Dir ein Anliegen, RIMRUNA einer breiteren Masse als zuvor zugänglich zu machen, allerdings die Zahl an käuflich erwerbbaren CDs nach wie vor streng zu limitieren? Würde es allenfalls eine zweite Auflage geben, wenn es eindeutig deutbaren Bedarf gäbe?

Formulieren wir es mal so: Teilweise möchten wir die heute möglichen und üblichen Wege des Vertriebes nutzen. Diese beinhalteten heute eben auch solche Plattformen. Da wir aber auch bei keiner Plattenfirma unter Vertrag stehen, kümmern wir uns selbst um den Vertrieb. Deshalb fallen die klassischen Wege des Vertriebes der Plattenfirma weg. So „müssen“ wir die uns verbleibenden Wege nutzen. Wenn heute ein Hörer die digitale Form mehr mag als einen richtigen Tonträger, uns aber trotzdem unterstützen möchte, kann er d auf diese Weise tun. Außerdem ist die digitale Form der Musik bei oben genannter Plattform qualitativ hochwertig.
Eine zweite Auflage des gleichen Mediums halte ich (vor allem im Black Metal) für unangemessen und es wirkt ein wenig wie ein Ausverkauf. „Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben“ wurde Michail Gorbatschow übersetzt. In diesem Sinne: wer die Veröffentlichung verpasst hat oder zu jung war, hat eben Pech. Anders sieht es mit Veröffentlichungen aus, die noch mal als anderes Medium veröffentlicht werden z.B. als MC oder LP eventuell mit Bonusmaterial… Das ist aus meiner Sicht schon sinnvoll, da hier auch andere Personenkreise angesprochen werden.

In nicht allzu ferner Zukunft wird das erste Konzert RIMRUNAs seit über eineinhalb Jahren stattfinden. Ganz allgemein gefragt: Was hat das Spielen vor vielen verschiedenen Leuten so an sich, das Du in Zukunft einfach nicht mehr missen willst? Und warum funktionieren RIMRUNA Deiner Meinung nach in einem Live-Setting?

Mit RIMRUNA ist es anders als mit DRENGSKAPUR. Die Musik ist aggressiver und hat weniger ruhige Passagen. Es ist reizvoll dies auch auf der Bühne umzusetzen. Allerdings wird sich die Zahl der Konzerte in Grenzen halten, das da wir das Schreiben von neuem Material der andauernden Vorbereitung auf Konzerte bevorzugen.

Vielen Dank für Deine Zeit! Wo kann man bei Euch zwecks finanzieller Unterstützung des Projektes vorstellig werden?

Bestellungen sind möglich über:
Rimruna@gmx.de, http://rimruna.bandcamp.com

Hörproben gibt es hier:
http://www.rimruna.de , http://rimruna.bandcamp.com .

Wir danken Dir für das erneute Gespräch. Weiterhin viel Erfolg!



Gelesen: 689x (seit 15.10.2014)


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