--- NORTHERN STORM PART 2 ---

 

DATUM:  20.12.2002

ORT:  Planet Music / Wien

BANDS:  Final Aphorism, Avathar, Sanguis & Seraph


Als ich mich beim Planet Music einfand, warteten bereits erstaunlich viele Leute vor den Toren. Auch in der Halle selbst scharten sich jetzt schon mehr Menschen als vor so manch anderem Underground Gig. Als dann die Opener Final Aphorism die Bühne zum zweiten Mal in ihrer Laufbahn betraten und mit ihrem fröhlichen, melodiösen Black Metal loslegten, konnte man in den ersten Reihen schon die ersten Haare fliegen sehen.

    Die Stimmung hielt während des gesamten Auftritts Final Aphorisms an, was meiner     Meinung nach für einen Opener in Wien ziemlich außergewöhnlich ist. Trotzdem     schien der Frontmann mit der Meute nicht ganz so zufrieden zu sein. Für mich war     die Band die beste des gesamten Abends, was unter anderem an den Virtuosen am     Schlagzeug und an der Leadgitarre lag, die das Ganze zu mehr machten als schon     alt Bekanntes. Zu kritisieren ist die fast nicht vorhandene Bühnen-Performance und     die irgendwie "lieblose Aufmachung" der Band. Der Sänger hatte zudem die meiste     Zeit den Rücken zum Publikum gekehrt, wobei er sich mit seiner Stimme überhaupt     nicht zu verstecken brauchte.

    Als nächstes erklommen dann Avathar, die nicht übersehbar über schon mehr     Erfahrung verfügten, die Bühne. Spätestens jetzt war auch klar, woher die ganzen     Menschenmassen gekommen waren. Es handelte sich hier offensichtlich um Freunde     und Familien oder sonst in irgendeiner Weise mit der Wiener Band Verbundenen. Ich

persönlich kann mit diesem, schon fast als Gothic Metal zu bezeichnenden Stil, zwar nichts anfangen, aber die Stimmung erreichte hier den Höhepunkt, wobei Avathar, wie auch schon Final Aphorism, zuvor mit einem guten Sound gesegnet waren und die Wiener einen souveränen Auftritt hinlegten und auch noch zur Zugabe gebeten wurden.

Nachdem Avathar die Bühne verlassen hatten, kehrte in der Halle schon fast Ruhe ein, obwohl nun der brutalste Act des heutigen Abends bevorstand, namentlich Sanguis. Die Steirer, die vor kurzem ja ihre neue Scheibe präsentiert hatten, konnten an diesem Abend aber leider nicht überzeugen. Bei seltsamerweise wirklich miesem Sound und vor nur noch ungefähr einem Viertel der anfangs da gewesenen Fans, schafften sie

    es nicht, dem Publikum einzuheizen. Die Band, wie gewohnt mit Nieten und Corpse     Paint, wirkte mittlerweile live schon ziemlich sicher, was aber alles nichts hilft, wenn     man von der Lead Gitarre so gut wie nichts hört. Auch der "neue" Sänger Umbra     wirkte eher wie ein Blatt im Wind, rat- und ideenlos und begnügte sich damit die     Faust zu ballen und sich auf den Bühnenvorbau zu knien.

    Wer denkt, dass das Stimmungsminimum damit erreicht war, der irrt. Als sich nämlich     Seraph bei einem Intro bereit machten, waren in der Bühnengegend nur noch     maximal zwanzig Leute anzufinden. Das Erscheinungsbild des Quartetts mit dessen     eigenwilligem schwarz-roten Corpse Paint(?) mag zwar einzigartig sein und auch     wenn man exklusiven "Demon Black Metal" spielt und einen Frontmann hat, der wie     eine Mischung aus Chris Barnes, Abbath und Darth Maul aussieht, bewahrt das noch     lange nicht davor auch musikalisch etwas bieten zu müssen. Zugegeben, der Sound     war nach wie vor unter jeglicher Kritik, aber etliche Spielfehler, verpatzte

Coverversionen (Freezing Moon und Deathcrush mit Umbra als Gastsänger) und ein wirklich peinliches Drum-Solo, wenn man das als solches bezeichnen kann, denn es war einfach die "Begleitung" zu einem Song, weder schnell, noch innovativ, - man sollte vielleicht Mayhem Mayhem sein lassen und sein eigenes Ding machen... - waren wohl der Grund dafür, dass die Stimmung beim Warten auf die U-Bahn besser ist, als an diesem Abend.


FAZIT:

Hätte man die Bands in umgedrehter Reihenfolge spielen lassen, hätte vielleicht mehr herausgeschaut.
9 Euro Eintritt war auf alle Fälle ziemlich viel, vor allem, wenn man es z.B. mit einem MTCE vergleicht.


PUNKTEBEWERTUNG:  4 von 10


NAMBROTH


Fotos © Copyright 2002 bei NOCTURNAL HALL

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